Verzicht auf die betäubungslose Kastration von Ferkeln

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Verzicht auf die betäubungslose Kastration von Ferkeln

Leitprojekt aus dem Handlungsfeld Schweine-/Geflügelhaltung

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Erklärung des Projektes

Das Tierschutzgesetz schreibt ein Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration ab 2019 vor. Aktuell ist aus Sicht des WLV jedoch noch keine praktikable und gleichzeitig vom Markt akzeptierte Maßnahme verfügbar. Der WLV spricht sich neben der Mast von Jungebern für den sogenannten Vierten Weg aus, einer der Kastration vorausgehenden Lokalanästhesie durch den Tierhalter.

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Aktueller Stand

Die westfälisch-lippischen Ferkelerzeuger wollen die betäubungslose Ferkelkastration beenden. „Wir Schweinehalter sind bereit, uns zu verändern, aber wir schaffen uns nicht ab“. Damit tritt Präsident Johannes Röring der Auffassung bestimmter NGOs und Politikern entgegen, die der Landwirtschaft unterstellen, nur auf Zeit zu spielen doch tatsächlich nichts verändern zu wollen.

Seit fast 10 Jahren sucht die gesamte Branche im Rahmen der QS-Koordinierungsplattform „Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration“ intensiv nach einer flächendeckenden Lösung. Trotz intensiver Anstrengungen konnte bisher nur die Jungebermast mit einem Anteil von knapp 15 Prozent der deutschen männlichen Mastschweine in der Wertschöpfungskette etabliert werden. Die übrigen Verfahren verbleiben bisher mangels Marktakzeptanz in einer Nische, haben keine anerkannte Zulassung oder haben die Zulassung erst seit wenigen Wochen und scheitern bisher an den nicht zur Verfügung stehenden Geräten. Als Antwort auf die Frage, auf welchem Wege künftig eine Betäubung der Ferkel erfolgen sollte, wird seit langem fast ausschließlich die Inhalationsnarkose mit Isofluran diskutiert. Das Mittel Isofluran birgt Risiken hinsichtlich des Tierschutzes, der Wirkungsweise und für den Anwender (Isofluran ist ein geruchsloses lebertoxisches Gas) und es verursacht erhebliche zusätzliche Kosten (Investition für Narkoseapparatur ca. € 10.000 plus Kosten für den laufenden Betrieb). „Das belastet finanziell insbesondere kleinere und mittlere Betriebe“, so der WLV-Präsident. „Wir wollen Verfahren an die Hand bekommen, die unsere Wettbewerbsfähigkeit nicht gefährdet. Die Lokalanästhesie ist aus unserer Sicht dafür geeignet.“

Bei den Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration gebe es keinen Königsweg. Deshalb seien wir gut beraten, noch mehr Zeit und Energie zu investieren, bevor sich Branche und Politik auf einen gemeinsamen Weg verständige, so Röring. Nun gelte es, die Fristverlängerung von zwei Jahren zielorientiert zu nutzen, um den Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration erfolgreich für alle Betriebe zu schaffen. Ziel sei die wirksame Schmerzausschaltung oder der Verzicht auf die chirurgische Kastration.

Der WLV setzt sich dafür ein, dass auf allen Ebenen verstärkt an Lösungen für ein praktikables Lokalanästhesieverfahren gearbeitet wird, welches den Betrieben bis zum Ende der Fristverlängerung zur Verfügung steht. Dennoch ist nach aktueller Lage davon auszugehen, dass es in den kommenden beiden Jahren keine Lokalanästhesie geben wird. Deshalb müssen nun verstärkt Gespräche zwischen Deutschland, Dänemark und den Niederlanden geführt werden, um in diesen Ländern im Sinne des Tierschutzgesetzes einheitliche Verfahren zu etablieren.

  • Interview, bzw. Video mit Aussage zum Thema mit Carsten Spieker vom 18.12

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WLV – Westfälisch-Lippischer
Landwirtschaftsverband e. V.

Schorlemerstraße 15
48143 Münster
Tel.: 0251/4175-01
Fax: 0251/4175–136
E-Mail: info@wlv.de

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